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Fasten

Fasten

17. Februar 2021

Lesezeit: 6 Minuten

Key takeaways

  • Es gibt viele Fastenmethoden, die sich alle in ihrer Art und Weise unterscheiden
  • Fasten ist keine Diät! ⁠Zumindest nicht in erster Linie, denn in der Fastenzeit geht es nicht darum, dass man sich in ein Kaloriendefizit begibt. Vorerst geht es darum, auf etwas über einen längeren Zeitraum ganz bewusst zu verzichten.

Traditionell dauert die Fastenzeit für Christen sieben Wochen - sie beginnt Aschermittwoch und endet Ostern. Während die einen in diesen 40 Tagen „nur“ auf Süßigkeiten, Alkohol oder Fleisch verzichten, lassen die anderen feste Nahrung ganz weg und nehmen ausschließlich Flüssigkeit zu sich. Auch der Fastenmonat Ramadan der Muslime entspricht einem Intervallfasten mit einer Ess- und Trinkpause von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Weltweit sind es Millionen Menschen, die sich aus religiösen oder gesundheitlichen Motiven einen Nahrungsverzicht auferlegen. Aber auch außerhalb der Fastenmonate erfreuen sich Fastenkuren zunehmender Beliebtheit. Dabei steht das Abnehmen für die meisten nicht unbedingt im Vordergrund. Sie möchten in der Hauptsache zur Ruhe kommen oder Körper und Geist in Einklang bringen.

Ganz gleich, welche Gründe dahinterstehen: Die Fastenkur bedeutet immer eine Umstellung für den Körper, denn er muss sich an die verringerte Kalorienzahl gewöhnen. Und das verkraftet nicht jeder Mensch gleich gut. Deshalb ist es empfehlenswert, vorher einen Arzt um Rat zu fragen und mit ihm über eventuelle Gesundheitsrisiken zu sprechen.

Wer fasten möchte, um abzunehmen, wird wahrscheinlich dauerhaft keinen Erfolg haben: Meist tritt danach der gefürchtete Jojo-Effekt schnell ein. Für die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) kann sich das Fasten dennoch positiv auswirken: "Wer fastet, beschäftigt sich mit seiner Gesundheit und reflektiert, was er im Alltag isst und trinkt. Eine Fastenkur kann damit ein erster Schritt zu einer gesundheitsfördernden Ernährung sein", schreibt die Fachgesellschaft auf ihren Internetseiten (Februar 2020).

Wir haben euch im Folgenden einige unterschiedliche Fastenmethoden aufgelistet und diese kurz umrissen. Dies ist keine vollständige Liste und jede Fastenart sollte vorher mit einem Arzt besprochen werden.

Die Fastenmethoden

1. Null- bzw. Wasserfasten (Nulldiät)
Dies ist die strengste Form des Fastens. Feste Nahrung wird durch energiefreie Getränke wie Wasser oder Tee ersetzt. Zu beachten ist dabei, dass die Vitamin- und Mineralstoffzufuhr ausbleibt. Bei kurzen Fastenzeiten, zum Beispiel eine Woche, kann der Körper auf Reserven zurückgreifen und den Nährstoffmangel ausgleichen. Fastet man über einen längeren Zeitraum, können häufig Kreislaufprobleme, Müdigkeit, Muskelkrämpfe oder Kopfschmerzen auftreten. Außerdem kommt es zu einem Abbau von Muskeleiweiß. Diese Fastenform sollte nur unter ärztlicher Aufsicht zum Beispiel in einer Fastenklinik durchgeführt werden.

2. Heilfasten
Heilfasten ist die geläufigste Fastenart und dient der Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen. Die Fastenkuren erstrecken sich oft nur über 7 - 10 Tage. Beim Heilfasten nach Dr. Otto Buchinger wird an sogenannten Entlastungstagen nur leichte Kost wie reife Äpfel, Reis oder Naturjoghurt gegessen. Parallel wird der Darm mit abführendem Glaubersalz gereinigt. Während der Kur nehmen die Fastenden ausschließlich flüssige Kost (max. 500 kcal/Tag) zu sich. Erlaubt sind neben Kräutertee und Wasser auch Gemüsebrühe, Obst- und Gemüsesäfte.

3. Detox-Diäten/Entgiftungs-Diäten
Detox-Diäten sind meist reine Saft-Fastenkuren, die über einige Tage durchgeführt werden. Basenbildende Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Nüsse bilden die Grundlage dieser Diätform. Ziel ist es, mit Hilfe der Entgiftung unerwünschte Stoffe wie Chemikalien und andere Schadstoffe aus dem Körper zu entfernen. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE e.V.) ist die Reinigung des Körpers von solchen "Schlacken" nicht nötig, da für Entgiftungsprozesse Leber, Nieren etc. verantwortlich sind.

Für die Wirkung von Detox-Kuren fehlen bislang wissenschaftliche Nachweise. Sie könnten laut der DGE jedoch den Einstieg in eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise mit viel Obst und Gemüse erleichtern. Auf Dauer könnte es jedoch zu einem Nährstoffmangel an Protein und Fett kommen. Wie bei anderen Formen des Fastens, bei denen sehr wenig Energie zugeführt wird, kann es zum Absinken des Grundumsatzes kommen, was den Jojo-Effekt begünstigen kann.

4. Intervallfasten
Das Intervallfasten ist derzeit in aller Munde und sehr beliebt. Auch der Fastenmonat Ramadan der Muslime entspricht einem Intervallfasten mit einer Ess- und Trinkpause von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang (ca. 14 Stunden).
Dieser Fastenform werden verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen auf den Stoffwechsel zugeschrieben. Bislang ist die Zahl der klinischen Studien laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) noch zu gering, um eindeutige Aussagen zu treffen.
Wer so fastet, verzichtet tage- oder stundenweise auf Nahrung und isst in den "Ess-Phasen" so wie gewohnt. Im Unterschied zu den oben beschriebenen anderen Fastenformen dient das Intervallfasten hauptsächlich der Gewichtsreduktion. Anders als das oben beschriebene Heilfasten soll das Intervallfasten dauerhaft durchgehalten werden. Laut DGE liegen allerdings noch keine wissenschaftlichen Studien über den Langzeiterfolg vor.

Ob die Methode anderen Diätformen überlegen ist, kann nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht eindeutig belegt werden. Kritiker bemängeln, dass die Methoden des Intervallfastens nur wenige Ansätze für eine Ernährungsumstellung enthalten. Konkrete Empfehlungen zur gesundheitsfördernden Lebensmittelauswahl werden beim Intervallfasten nicht gemacht. 

Last but not least

Fasten ist keine Diät! ⁠
Zumindest nicht in erster Linie, denn in der Fastenzeit geht es nicht darum, dass man sich in ein Kaloriendefizit begibt. Vorerst geht es darum, auf etwas über einen längeren Zeitraum ganz bewusst zu verzichten. Das können nur Süßigkeiten sein oder auch ganze Mahlzeiten, letztendlich ist das ganz nach persönlichem Interesse zu festzulegen.⁠
Lässt man bestimmte Lebensmittel weg, oder legt man fest, erst ab 18 Uhr die erste Mahlzeit zu essen, dann sollte man alle wichtigen Nährstoffe zu sich nehmen, die der Körper über den Tag nicht erhalten hat. Dabei sollte man also nicht auf eine Kalorienanzahl achten, sondern schauen, was dem Körper fehlt. ⁠
Selbst wenn man doch komplett auf Nahrung über einen bestimmten Zeitraum verzichten, liegt der Fokus nicht auf dem Aspekt des Abnehmens. Vielmehr geht es um die gesundheitlichen Vorteile, die das Fasten mit sich bringt.
Natürlich können in solchen extremen Situationen schon einige Pfunde purzeln, oft aber purzeln sie nach der Fastenzeit auch ganz schnell wieder zurück.⁠
Wer also in erster Linie abnehmen will, sollte auf eine langfristige Ernährungsumstellung setzen.⁠

Last but not least

Fasten ist keine Diät! ⁠
Zumindest nicht in erster Linie, denn in der Fastenzeit geht es nicht darum, dass man sich in ein Kaloriendefizit begibt. Vorerst geht es darum, auf etwas über einen längeren Zeitraum ganz bewusst zu verzichten. Das können nur Süßigkeiten sein oder auch ganze Mahlzeiten, letztendlich ist das ganz nach persönlichem Interesse zu festzulegen.⁠
Lässt man bestimmte Lebensmittel weg, oder legt man fest, erst ab 18 Uhr die erste Mahlzeit zu essen, dann sollte man alle wichtigen Nährstoffe zu sich nehmen, die der Körper über den Tag nicht erhalten hat. Dabei sollte man also nicht auf eine Kalorienanzahl achten, sondern schauen, was dem Körper fehlt. ⁠
Selbst wenn man doch komplett auf Nahrung über einen bestimmten Zeitraum verzichten, liegt der Fokus nicht auf dem Aspekt des Abnehmens. Vielmehr geht es um die gesundheitlichen Vorteile, die das Fasten mit sich bringt.
Natürlich können in solchen extremen Situationen schon einige Pfunde purzeln, oft aber purzeln sie nach der Fastenzeit auch ganz schnell wieder zurück.⁠
Wer also in erster Linie abnehmen will, sollte auf eine langfristige Ernährungsumstellung setzen.⁠⁠  

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